Rund um die Rondet-Brücke: die Ausgrabungen unter Hanni Schwab im heutigen archäologischen Kontext

Vor rund 60 Jahren erhielt das illuster gewordene «Fräulein» Hanni Schwab im Rahmen der 2. Juragewässer-korrektion die Verantwortung für die archäologischen Ausgrabungen. Die Untersuchungen im Bereich der Brücke von Le Rondet (auf dem Gemeindegebiet von Mont-Vully gegen die Berner Kantonsgrenze zu) stellen nur eine von vielen Ausgrabungen dar, die Hanni Schwab, auch später als Kantonsarchäologin und Amtsvorsteherin, durchgeführt hat.

Die Entwicklung von archäologischer Pionierarbeit bis zur institutionalisierten Kantonsarchäologie des 21. Jahrhundert wird anhand mehrerer ausgewählter Beispiele erklärt und kommentiert. Methodisch-wissenschaftliches Denken aber auch politisches Gefühl erbrachten in den 60er-Jahren die Rahmenbedingungen für eine ganz neue und moderne Integration der Disziplin Archäologie in eine höchst dynamische wirtschaftliche Landschaft. Namentlich der Ausbau des schweizerischen Nationalstrassennetzes erlaubte es der Archäologie des Kantons Freiburg, sich in mancher Hinsicht zu stärken und zu modernisieren und in Bauplanungen wie auch sonst im Bauwesen ihr Wort zu reden.
Der Vortrag ist auf die Frage ausgerichtet, was aus dem Amt für Archäologie des Staates Freiburg (AAFR) zirka 55 Jahre nach seiner Gründung durch Hanni Schwab geworden ist. Welche Mittel stehen ihm zur Verfügung? Was wurde erreicht? Welche Hürden stehen dem Amt bevor? Jeder Wechsel an der Spitze des Amtes brachte neue Entwicklungen und Änderungen mit sich. Diese Anpassungen der Instrumente erlauben es – quantitativ wie auch qualitativ –, den gesetzlichen Auftrag des AAFR zu erfüllen und die unzähligen archäologischen Kulturgüter des Kantons zu identifizieren, zu inventarisieren, zu dokumentieren und zu sammeln, mit dem Ziel, das archäologische Erbe für weitere Generationen zu sichern und unsere Erkenntnisse darüber zu vermitteln.

Über mehrere Generationen hat sich die Archäologie immer wieder an die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse angepasst, ohne das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Vision und Innovation halfen der kantonalen Archäologie, sich immer wieder in die Zukunft versetzen zu können.

Ein Vortrag von Reto Blumer, Kantonsarchäologe 

Hanni Schwab in archäologischer Mission während der 2. Juragewässerkorrektion(1962-1970). Foto: M. Jacot.

 

Der öffentliche Vortrag findet statt am Dienstag, 22. November 2022 um 19.30 Uhr im Museum Murten.
Eintritt frei.