Johann David Vissaula, Behältnis aus Knochen aus dem Beinhaus von Murten, 1800
Dienstag, 13. Januar 2026, 18.30 Uhr, im Lapidarium des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg, Murtengasse 12
Vortrag von Dr. Stephan Gasser, Konservator am Museum für Kunst und Geschichte Freiburg
1824/25 gelangte ein kleines Behältnis in die soeben eingerichteten kantonalen Sammlungen Freiburgs, bei dem es sich um das früheste heute noch identifizierbare Objekt des Museums für Kunst und Geschichte handelt. Laut Inschrift wurde es im Jahr 1800 vom langjährigen Murtner Statthalter Johann David Vissaula (1709–1803) aus Knochen aus dem Beinhaus von Murten hergestellt. Damit erinnert es an eine der legendärsten Schlachten der Alten Eidgenossenschaft, der Murtenschlacht vom 22. Juni 1476. Die vernichtende Niederlage des Heers von Karl dem Kühnen gegen die Truppen der Eidgenossen stellte einen entscheidenden Schritt für den Niedergang des ambitionierten Herzogs von Burgund dar.
Das Behältnis im MAHF ist eines von fünf bisher bekannten Objekten dieser Art, die – über eine allfällige praktische Funktion hinaus – im Zeitalter der Nationenbildung die Erinnerung an die glorreiche Vergangenheit der Eidgenossen wachhalten sollten. Dies umso mehr als der ursprüngliche Ort des Gedenkens an die Murtenschlacht, das Beinhaus, 1798 beim Durchmarsch französischer Revolutionstruppen zerstört worden war.
Bei diesem ersten Anlass des Geschichtsforschenden Vereins im Jahr 2026, in welchem die 550 Jahre der Schlacht begangen werden, erörtert Stephan Gasser in seinem Vortrag die Geschichte des Objekts, beleuchtet den historischen Kontext und berichtet über das Schicksal des Beinhauses und der darin aufbewahrten Gebeine.
Der öffentliche Vortrag findet in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Geschichte im Rahmen von dessen Führungen «Entdeckung am Dienstag» am Dienstag, 13. Januar 2026, 18.30 Uhr, im Lapidarium des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg, Murtengasse 12, statt.
Eintritt frei.