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Das Freiburg früherer Jahrhunderte an Hand des Stadtmodells FRIMA 1606

Dienstag, 30. September 2025, 17 bis ca. 18.30 Uhr - Führung unter der Leitung von Dr. Jean-Pierre Anderegg, Freiburg

Das Freiburg früherer Jahrhunderte an Hand des Stadtmodells FRIMA 1606 im ehemaligen Werkhof an der Unteren Matte

Dienstag, 30. September 2025, 17 bis ca. 18.30 Uhr

Führung unter der Leitung von Dr. Jean-Pierre Anderegg, Freiburg

Treffpunkt und Programm
Dienstag, 30. September 2025, 17.00 
Besammlung vor dem Werkhof an der Unteren Matte, Seite Parkplatz  

Nach einer Einführung zum Thema mit Erläuterungen zum Baubestand des Unteren Mattequartiers wird uns in den Räumen der FRIMA das Stadtmodell vorgestellt, in dem der eindrückliche Stich von Martin Martini aus dem Jahr 1606 dreidimensional umgesetzt wurde.

Der Besiedlungsforscher Jean-Pierre Anderegg, Autor unter anderem der Bände war beim Projekt von Anbeginn dabei und kann aus erster Hand zu den dargestellten städtebaulichen Gegebenheiten der Frühneuzeit wie zur Geschichte des als Arbeitsbeschaffungsprojekt in den Jahren 2015 bis 2022 unter der Ägide der Stadt Freiburg realisierten Stadtmodells.

Eine finanzielle Beteiligung von Fr. 10.— pro Person, entsprechend den Kosten für den Eintritt, wird eingangs eingezogen.

So wie in diesem Ausschnitt präsentiert sich die Untere Matte im Stadtmodell.
Dort befindet sich der ehemalige Werkhof, wo das dreidimensional nach dem
Stich von Martin Martini erstellte Modell untergebracht ist.

Anmeldung über dieses Formular

oder per Email oder Post (bitte Namen, Anzahl Personen sowie Email-Adresse und/oder Telefonnr. angeben)

Die Postanschrift des Vereins lautet
Deutscher Geschichtsforschender Verein des Kantons Freiburg
1700 Freiburg

Wer war Martin Martini?

Martin Martini wurde 1565-1566 im Weiler Gravas in der Gemeinde Trun (GR) geboren. Möglicherweise wurde er in Chur zum Silberschmied und Kupferstecher ausgebildet. In eine Angelegenheit von Münzfälschung verwickelt, verlässt er Graubünden, um nach Zürich und dann nach Luzern zu ziehen. Sein erstes bedeutendes Werk ist die Vedute der Stadt Luzern (1596-1597). Von der Justiz verfolgt, versucht er 1599 sein Glück in Freiburg. Dort verliert er zunächst mehrere Aufträge: die Ausführung von Reliquienbüsten für Sankt Nikolaus und zwei Projekte für Kupferstich-Ansichten von Freiburg und Bern (1600-1601). 

Nach einigen Jahren in Luzern kehrt Martini nach Freiburg zurück, wo er ein Haus in der Metzgergasse besitzt. 1606 schafft er sein Meisterwerk: die von Etienne Philot gedruckte und editierte Stadtansicht. Diese Darstellung ist ein grossformatiger Kupferstich, der weite Verbreitung fand und zahlreichen späteren Ansichten Freiburgs als Vorbild diente. Martini präsentiert die Stadt aus der Vogelschau als prosperierenden Organismus. Der Plan zeichnet sich durch sein hohes Mass an pittoresken Details aus: Modisch gekleidete Damen führen ihre Hündchen aus, Kinder albern herum und raufen sich, ein Bettler versucht sein Glück bei zwei bürgerlich gekleideten Spaziergängern und an den Brunnen streiten sich die Waschfrauen oder berichten einander das Neuste vom Neuen.

Quellen:
Le Fribourg de Martin Martini / Das Freiburg von Martin Martini. Mit Beiträgen von diversen Autoren, herausgegeben durch das Amt für Kulturgüterschutz des Kantons Freiburg in der Reihe Patrimoine Fribourgeois, Heft 23, 2020. 
Eine Situierung des Kupferstechers befindet sich auch im Historischen Lexikon der Schweiz (elektronische Fassung, www.hls.ch sowie auch auf www.wikipedia.org